Depression – wenn die Seele weint

1005737_78279829 Als ich machte mich auf den Weg zum Seminar „Depression – wenn die Seele weint“, im Zentrum für Erneuerung – Maranata machte, konnte ich noch nicht erahnen, welche bereichernden Erfahrungen ich dort machen würde.

 In der Runde der Teilnehmer herrschte eine angenehme, warmherzige Atmosphäre, in der ich mich direkt wohl fühlte. Jeder hatte einen Bibelvers an seinem Platz. Als ich meinen las, traf er mich wie ein Stich ins Herz. Ich hatte den Eindruck, dass er die Antwort auf die Situation meiner letzten Tage war: Wo die Sünde mächtig geworden ist, da ist die Gnade noch viel mächtiger geworden! (Rö 5,20). Mich überkam ein totales Glücksgefühl, da ich mich gerade so schuldig und wertlos fühlte. Dieser Bibelvers war wie eine Befreiungsschlag für mich, und ermutigte mich, weiterhin meiner Depression den Kampf an zu sagen. Egal in welcher Situation ich mich befinde, Gottes Gnade und Liebe übersteigen alles menschliche Denken!

Das Seminar setzte sich aus unterschiedlichen Bausteinen zusammen und war sehr abwechslungsreich aufgebaut. Zunächst ging es darum, wie Depressionen entstehen und woran man sie erkennen kann. In den ersten Lebensjahren werden unsere Verhaltens- und Denkmuster geprägt. Erziehungsstil und familiäres Umfeld können sich positiv und negativ auf die Entwicklung einer Depression auswirken. Aber auch unerwartete Ereignisse, Lebensschicksale, ständiger Stress und Überforderung können dazu führen, dass sich ein Mensch niedergeschlagen fühlt und über kurz oder lang an einer Depression erkrankt. Den betroffenen Menschen steht die Depression meist nicht ins Gesicht geschrieben. Anzeichen für eine Depression sind: Appetitlosigkeit, Schlaflosigkeit, Antriebslosigkeit und dauerhafte Müdigkeit.

 Um eine Depression erfolgreich behandeln zu können, muss durch einenArzt die Art und das Ausmaß der Krankheit diagnostiziert werden. Dabei wird erst einmal geprüft, ob eine stationäre oder eine ambulante Therapie angesagt ist. Beide gehen oft mit einer medikamentösen Behandlung durch Antidepressiva einher. Dann wird ein individuelles, meistens verhaltenstherapeutisches, Therapiekonzept erstellt.

 Man kann sich aber auch schon durch kleine, alltägliche Dinge Gutes tun und in kleinen Schritten gegen die Depression angehen. Mir hilft viel Bewegung an der frischen Luft und das Genießen von Gottes Natur. Der Herbst mit seinen bunten Farben tut meiner Seele besonders gut. Oder ich gönne mir an kalten und trüben Tagen ein warmes Vollbad und zünde viele Kerzen an. Das Wichtigste für mich ist aber, mit Menschen im Gespräch zu sein und mich nicht einzuigeln.

 Die Angehörigen stehen oft hilflos vor dieser Krankheit und wissen nicht, wie sie sich verhalten sollen. Sie brauchen Hilfe, damit sie die Situation annehmen können und die Krankheit nicht als Schwäche abwerten. Das Tabuisieren hilft nicht.

 Auch ich musste lernen, meine Depression anzunehmen, sie als Stärke für mich zu nutzen und zu erkennen, was Gott mir dadurch zeigen und wie er mich verändern will. Ich bin allen Menschen dankbar, die für mich da sind ,ein offnes Ohr für mich haben und mit mir vor Gott einstehen. Ich will mich nicht mehr aus Scham wegen meiner Depression verschließen.

 Tabea

Geschrieben von • 1 Juni 2010 • Kategorie: Seminarberichte

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